SCHWERPUNKTTHEMEN
Offene Jugendarbeit in der Steiermark sichern![]() Die angespannten Gemeindebudgets führen auf kommunaler Ebene zu empfindlichen Kürzungen im Bereich der Offenen Jugendarbeit. Jugendzentren und Jugendtreffs in steirischen Kommunen werden geschlossen oder das bestehende Angebot wird massiv gekürzt. Damit werden Strukturen geschwächt, die jungen Menschen Begegnungs- und Gestaltungsräume, Begleitung, Halt, Gemeinschaft, Schutz und Selbstwirksamkeitserfahrungen bieten. Das Land Steiermark hat in diesen angespannten Budgetzeiten die Förderung der Offenen Jugendarbeit sogar erhöht, um die Bedeutung der öffentlichen Infrastruktur (Jugendzentren, Jugendräume und Jugendtreffs) für Jugendliche zu unterstreichen. Gerade die Offene Jugendarbeit mit ihren wertschätzenden Zugängen und Angeboten spielt neben weiteren Sozialisationsinstanzen eine besondere Rolle für junge Menschen. Die Beteiligung junger Menschen an Gestaltungsprozessen, die Unterstützung ihrer Selbstorganisationsfähigkeit und die Förderung ihrer Interessenvertretung in unterschiedlichen Zusammenhängen sind wichtige Bestandteile der Offenen Jugendarbeit. Sie verfügt über die notwendigen Rahmenbedingungen, um Jugendliche proaktiv und ressourcenorientiert beim Hineinwachsen in die Gesellschaft zu begleiten und ihnen tragfähige Beziehungsangebote bereitzustellen. Dafür braucht die Offene Jugendarbeit die notwendigen Ressourcen, um als selbstverständliche öffentliche Infrastruktur wirken zu können! Bei Kindern und Jugendlichen zu sparen, ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Gemeinsam mit dem Referat Jugend werden wir weiterhin an tragfähigen Förderkonzepten arbeiten, um die Gemeinden dabei zu unterstützen, die Angebote der Offenen Jugendarbeit zu stärken und diese für ihre Jugendlichen in allen Regionen der Steiermark breit zugänglich zu machen. |
Demokratie- und diskursfördernde Räume in der Offenen Jugendarbeit![]() Die Offene Jugendarbeit versteht sich als zentraler Ort demokratischer Bildungs- und Aushandlungsprozesse in einer von gesellschaftlichen Umbrüchen, Konflikten und Polarisierungen geprägten Gegenwart. Auf der Grundlage einer kritisch-emanzipatorischen Pädagogik schafft sie sogenannte Braver Spaces, in denen junge Menschen geschützt, respektvoll und mutig Diskurse führen, unterschiedliche Positionen erproben sowie Normen und Regeln des Zusammenlebens reflektieren und aushandeln können. Demokratie wird dabei nicht als Konsenszwang verstanden, sondern als lern- und konfliktfähiger Prozess, der den Umgang mit Differenz, Macht und Grenzüberschreitungen einschließt. Zentral für Demokratie- und Diskursförderung ist eine konsequente Umsetzung von Partizipation. Diese reicht von informellen Mitgestaltungsmöglichkeiten bis hin zu formalisierter Mitentscheidung und selbstständiger Organisation. Beteiligung findet sowohl in der Gestaltung von Angeboten und Räumen als auch in kontinuierlichen Diskussions- und Bildungsformaten zu gesellschaftlich relevanten Themen statt. Entscheidend ist dabei die professionelle Haltung der Fachkräfte, die Macht teilen, Meinungsbildung ermöglichen und Jugendliche als gleichwertige Akteur:innen anerkennen. Auf diese Weise trägt Offene Jugendarbeit nicht nur zur individuellen Stärkung junger Menschen bei, sondern fördert langfristig mündige, handlungsfähige und empowert agierende Bürger:innen, die ihre Kompetenzen aktiv in lokale Entscheidungsprozesse, das Gemeindeleben und die demokratische Gestaltung ihrer unmittelbaren Lebenswelt einbringen. |
Mädchen*- und Burschen*arbeit in der Offenen Jugendarbeit ![]() Mädchen*- und Burschen*arbeit in der Offenen Jugendarbeit schafft geschützte Räume, in denen junge Menschen ihre Identität stärken, Rollenbilder hinterfragen und Selbstvertrauen entwickeln können. Sie fördert Gleichberechtigung sowie einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Durch geschlechtersensible Angebote werden individuelle Stärken sichtbar gemacht, Selbstbestimmung unterstützt und soziale Kompetenzen gefördert. Ziel ist es, junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und ein vielfältiges, respektvolles Miteinander zu stärken. Die kontinuierliche Weiterbildung der Fachkräfte ermöglicht es, sich mit eigenen Haltungen, Rollenbildern und gesellschaftlichen Erwartungen auseinanderzusetzen und ihr pädagogisches Handeln kritisch zu reflektieren. Durch gezielte Fortbildungen erwerben Mitarbeiter:innen fachliche Kompetenzen im Bereich geschlechtersensibler Pädagogik und können auf aktuelle Themen wie Diversität, Genderidentitäten, Prävention und diskriminierungssensibles Arbeiten professionell eingehen. Dies stärkt nicht nur die Qualität der Angebote, sondern schafft auch sichere, wertschätzende Räume, in denen sich alle Jugendlichen ernst genommen und unterstützt fühlen. |


